Bericht von der Anti-PEGIDA Demo am 19.04.2015

24.04.2015

Nach der Demo-Pleite am 5.Februar wollte es PEGIDA in Wien nochmal wissen und rief zu einer Kundgebung im Resselpark auf. PEGIDA (Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes) ist eine islamfeindliche Bewegung, die in Deutschland teilweise mehrere tausend DemonstrantInnen auf die Straße gebracht hat und sich inhaltlich stark an der deutschen AfD (Alternative für Deutschland) oder der FPÖ (Freiheitliche Partei Österreich) orientiert. Allerdings gibt es regional stärkere rechtsextreme Tendenzen, in Wien zum Beispiel wird auf den PEGIDA-Veranstaltungen anstandslos der Kühnengruß gezeigt während dieser in Deutschland gesetzlich verboten ist.

 

Im Gegensatz zu Deutschland gab es in Österreich keinen größeren Zulauf in Richtung PEGIDA. Die bisher 5 stattgefunden Kundgebungen bzw. „Spaziergänge“ in Bregenz, Linz, Graz und Wien haben es nicht geschafft über das rechtsextreme Milieu hinaus zu kommen und maximal bis zu 300 Personen mobilisiert. Die Gegendemonstrationen dagegen haben bis zu 20-Mal mehr Menschen auf die Straße gebracht!

 

Am 19.April standen etwa 400 Antifaschistinnen und Antifaschisten 150 PEGIDA-Anhänger in Wien gegenüber. Beide Kundgebungen fanden zur gleichen Zeit beim Resselpark statt und wurden durch große Pufferzonen, die von Polizisten bemannt wurden, voneinander getrennt. Trotz der zwei angekündigten „Star-Rednern“ Ignaz Bearth aus der Schweiz und Ed von Utrecht aus den Niederlanden wurde der Kundgebungsbeginn aufgrund der geringen Teilnehmeranzahl um eine halbe Stunde nach hinten verschoben. Auf der anderen Seite haben sich seit 14:00 die ersten GegendemonstrantInnen entlang beider Absperrungen versammelt. Als PEGIDA dann loslegte waren neben „Lügenpresse“ und „Putin“-Chören auch „Wir wollen keine Salafisten-Schweine“ zu hören.

 

RED*REVOLUTION, Roter Widerstand und die RKO BEREIUNG haben an den Gegendemonstrationen teilgenommen. Als unsere Gruppe das Transparent über die Absperrung gehängt hat, gab es seitens der Polizei den Versuch, dieses ohne vorherige Mahnung gewalttätig zu entfernen. Glücklicherweise konnten wir schnell genug reagieren. Auf der anderen Seite sind PEGIDA-Teilnehmer auf die Absperrungen geklettert um bei „I am from Austria“ laut mitzugrölen. Währenddessen sind einige Meter daneben Polizisten gestanden die seelenruhig zugeschaut haben. Nur ein kleines Beispiel dafür, wie sich die Wiener Polizei linken AntifaschistInnenen gegenüber verhält.

 

Momentan sieht es nicht so aus, als würde es einen neuerlichen Start von PEGIDA in Österreich geben- wenn es jedoch so weit ist, werden wir wieder auf die Straße gehen!

 

 

*Gegen anti-muslimischen Rassismus! Gleiche Rechte für Muslime!

*Gegen gesetzliche Benachteiligungen, wie z.B das Islamgesetz!

*Nieder mit PEGIDA!


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